Organspende

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Organspendeausweis
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Organspendeausweis

Organspendebezeichnet das zur Verfügung stellen von Organen zur Transplantation. Die Organspende findet in der Regel nach dem Tod statt; unter bestimmten Bedingungen ist auch eine so genannte Lebendspende möglich. Das Alter der Spender ist weniger relevant als der Zustand der Organe, jedoch wird nur sehr selten jenseits des vollendeten 70. Lebensjahres gespendet (gemäß Alterklassifikation des Berichtes nach § 11 TPG).

Ohne Organspende gibt es in Deutschland keine Transplantation. Weltweit herrscht ein erheblicher Mangel an Spenderorganen, so dass sich lange Wartelisten gebildet haben. Die Angaben über die Wartezeiten für eine Spenderniere in Deutschlandvariieren; sie sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und betragen heute (Anfang 2005) ca. 6 - 8 Jahre. Viele Patienten auf Herz-, Leber- und Lungenwartelisten versterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ zu Verfügung steht. In der Regel stammen Organe für die Transplantation von hirntoten Patienten, d.h. Menschen, deren Kreislauffunktionen nach einer schweren Hirnschädigung noch mit Maschinen aufrecht erhalten werden, während das Gehirn bereits gestorben ist. Da ein solcher Zustand unumkehrbar und mit dem Tod des Individuums gleichzusetzen ist sowie zwangsläufig mit dem Abschalten der Maschinen im Herz-Kreislauf-Stillstandendet, können Organe zur Transplantation entnommen werden.

Derzeit können folgende Organe und Gewebe transplantiert werden: Bauchspeicheldrüse, Blutgefäße, Darm, Gehörknöchelchen, Haut, Herz, Herzklappen, Hornhautder Augen, Knochengewebe, Knorpelgewebe, Leber, Lunge, Niere, Sehnenund Teile der Hirnhaut.

Entwicklung der Warteliste für Nierentransplantationen und Transplantation von Organen toter und lebender Spender (Eurotransplant)
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Entwicklung der Warteliste für Nierentransplantationen und Transplantation von Organen toter und lebender Spender (Eurotransplant)


Rechtliche Situation

Voraussetzungen für die Verwendung der Organe eines Toten in Deutschland sind seine Zustimmung zu Lebezeiten und der sichere Todesnachweis.

Das Einverständnis kann z.B. durch einen Organspendeausweis erklärt werden. Im Jahr 2002 hatten sich etwa 17 % der Organspender zu Lebzeiten für eine Spende ausgesprochen (Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation). Einige Befürworter der Organspende und die Bundesärztekammersprechen sich für eine Änderung der gesetzlichen Regelung aus, um dem extremen Mangel an Spendern in Deutschland abzuhelfen. So sollen ihrer Meinung nach immer dann Organe entnommen werden können, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Diese Widerspruchsregelung ist z.B. in Österreich gültig. In Deutschland hat sich nach ausführlicher Diskussion die erweiterte Zustimmungslösung etabliert, gesetzlich ausgestaltet im Transplantationsgesetzin der Fassung vom 1. Dezember1997. Demnach dürfen die Organe eines Toten nur entnommen werden, wenn entweder der Verstorbene sich zu Lebzeiten für eine Organspende ausgesprochen hat, oder die nächsten Angehörigen der Organentnahme zustimmen. Auch die Angehörigen sind dabei an den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebunden.

Der Tod kann durch sichere Todeszeichen als auch als sogenannter Hirntod festgestellt werden. Darunter versteht man den endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirnsund des Hirnstamms(§ 3 Abs. 2 TPG). Die Herz- und Kreislauffunktion wird nur noch über künstliche kontrollierte Beatmung aufrechterhalten. Die Todesfeststellung muss nach den aktuellen Richtlinien der Bundesärztekammer getroffen werden, von mindestens zwei Ärzten, die selbst nicht an der Organtransplantation beteiligt sind. Die Organisation des Prozesses obliegt in Deutschland der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), für die Zusammenführung von Spender und Empfänger ist Eurotransplantzuständig (Benelux, Deutschland, Österreich, Slowenien).

Hirntodfeststellung

Ursachen für den irreversiblen Ausfall der Gehirnfunktionen, den sog. Hirntodsind z.B. schwere Kopfverletzungen, Hirnblutungen, Schlaganfall, akuter Hydrozephalus, maligneHirntumoren, oder Schädigung des Gehirns durch Hypoxie, Kreislaufstillstandund Schock. Es muss sicher ausgeschlossen werden, dass nur scheinbar ein Hirntod vorliegt, z.B. durch Vergiftung, neuromuskuläre Blockaden, Unterkühlung, oder endokrines/metabolischesKoma.

Eine Organverwendung verbietet sich meistens, wenn der Spender an einer Blutvergiftung, einem metastasierendem Krebs, i.v.-Drogenabhängigkeitoder einer Infektion wie Hepatitis B, Hepatitis Coder HIVlitt.

Ein Hirntod kann durch klinische Untersuchung festgestellt werden ( Koma+ lichtstarre Pupillen + Fehlen aller Hirnstammreflexe + fehlende Reaktion auf Schmerz im Trigeminusbereich+ Ausfall der Spontanatmung). Diese Beobachtungen müssen über mindestens 12 Stunden (bei primärem Hirnschaden) bzw. mindestens 72 Stunden bei sekundären Hirnschäden wiederholt nachgewiesen werden. Alternativ sind auch technische Untersuchungen zur Absicherung möglich und üblich: entweder ein Null-Linien-EEGüber mindestens 30 Minuten, oder beidseits erloschene evozierte Potenziale, oder der Nachweis der fehlenden Hirndurchblutung mittels Dopplersonographieoder intracranieller Angiographie.

Die Feststellung des Hirntods erfolgt durch mindestens zwei unabhängige Ärzte, die über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Neurologieverfügen und nicht dem Transplantationsteam angehören.

Regelungen im übrigen Europa

Die unterschiedliche Rechtslage kann als der Hauptgrund dafür angesehen werden, dass in Ländern wie Spanien (27 Spender pro Mio. Einwohner und Jahr) und Österreich (24 Spender) mehr Organe "gespendet" werden als in den Niederlanden(16 Spender) oder Deutschland (13 Spender). Das Schlusslicht in Europa bildet Griechenland(6 Spender/Mio und Jahr) (Quelle: Transplantationszentrum Tübingen).

Lebendspende

Bei der Lebendspende spendet ein noch lebender Mensch einem anderen Menschen das notwendige Organ oder die erforderlichen Zellen. Dies sind entweder paarig oder segmenthaft angelegte Organe oder Organe mit einer hohen Regenerationsfähigkeit. Hierzu zählen beispielsweise die Nieren, die Leber, die Lunge und reproduzierbare Zellen oder Gewebe wie Blut, Knochenmark, Samen oder Eier.

Um Organhandelzu verhindern, gelten in Deutschlandfolgende gesetzliche Regeln: Das Spenden eines Organs, das sich nicht wieder bilden kann, zu Lebzeiten ist nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Lebenspartnern, Verlobten oder Personen, die dem Spender in persönlicher Verbundenheit nahe stehen, möglich. Der Spender muss volljährig und einwilligungsfähigsein. Er muss über die Art des Eingriffs, den Umfang und die möglichen, auch mittelbaren Folgen und Spätfolgen der beabsichtigten Organentnahme für seine eigene Gesundheit sowie über die zu erwartende Erfolgsaussicht der Organübertragung auf den Empfänger und alle sonstigen Umstände, denen er erkennbar eine Bedeutung für seine Organspende beimisst, durch einen Arzt in Anwesenheit eines anderen Arztes aufgeklärt werden. Der anwesende weitere Arzt darf an der Organentnahme nicht beteiligt sein. Der Inhalt der Aufklärung und der Einwilligung des Lebendorganspenders sind zwingend in einer Niederschrift aufzuzeichnen, die von dem aufklärendem Arzt, dem weiteren anwesenden Arzt und dem Spender selbst zu unterzeichnen ist. Diese Niederschrift muss auch Angaben zur versicherungsrechtlichen Absicherung der gesundheitlichen Risiken des Lebendspenders enthalten. Die Einwilligung kann schriftlich oder mündlich jederzeit widerrufenwerden, hierüber ist der Lebendspender ebenfalls aufzuklären (§ 8 I, II TPG).

Die Entnahme von Organen bei einem Lebenden darf außerdem erst durchgeführt werden, nachdem sich der Organspender und der Organempfänger zur Teilnahme an einer ärztlich empfohlenen Nachbetreuung bereit erklärt haben. Weiter ist Voraussetzung, dass die jeweils nach Landesrecht zuständige Kommission gutachtlich dazu Stellung genommen hat, ob begründete tatsächliche Anhaltspunktedafür vorliegen, dass die Einwilligung in die Organspende nicht freiwillig erfolgt oder das Organ Gegenstand verbotenen Handeltreibens im Sinne von § 17 TPG ist. Der Kommission muss ein Arzt, der weder an der Entnahme noch an der Übertragung von Organen beteiligt ist, noch Weisungen eines Arztes untersteht, der an solchen Maßnahmen beteiligt ist, eine Person mit der Befähigung zum Richteramtund eine in psychologischen Fragen erfahrene Person angehören. Einzelheiten der Zusammensetzung, zum Verfahren und zur Finanzierung der Kommission werden jeweils durch das Landesrecht bestimmt.

Am häufigsten findet hier die Nierentransplantation statt, da dieses Organ im Körper paarweise vorhanden ist und somit der Spender seine Nierenfunktion nicht einbüßt. Ein weiteres Organ, bei dem Lebendspenden eine zunehmende Rolle spielen, ist aufgrund ihrer hohen Regenerationsfähigkeit die Leber. 

http://www.organspende-kampagne.de/extra/bestellservice/Organspendeausweis/




Wurzeln und Flügel

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

-- J. W. von Goethe

Heute mal ein Zitat, das eine wundervolle Anregung für Eltern und für alle anderen ist, die mit Kindern oder jungen Menschen zu tun haben. Darüber hinaus können diese Zeilen aber auch sehr gut als Inspiration für die eigene Lebensgestaltung dienen, denn es ist nie zu spät, an dem zu arbeiten, was es uns ermöglichen kann, glücklich und zufrieden zu leben.

„Wurzeln und Flügel“ – mit so einfachen Worten kann man so genau das anschaulich beschreiben, was wir alle gut gebrauchen können, um tatkräftig und lebensfroh durchs Leben zu gehen.

Wir benötigen Wurzeln, um fest stehen zu können, auch wenn um uns mal alles stürmt und tobt. Diese Erdung stellt sicher, dass wir uns nicht in Luftschlössern verlieren, sondern aktiv handeln können. Sie schenkt uns Stärke.

Gerade in schweren Zeiten ist es gut, zu wissen, wo man steht und in bewegten Zeiten hilft es, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu bleiben. 

Die Flügel aber brauchen wir zum Träumen und damit wir uns nicht allein mit der Bodenhaftung zufrieden geben. Denn ein Leben ganz ohne Höhenflüge wäre nur halb so schön!

Mit unseren Flügeln können wir uns ausmalen, was alles möglich ist und wir können uns ein Stück emporheben, um dort mit den Vögeln am Himmel zu tanzen.

„Wurzeln und Flügel“ – vielleicht auch für Ihr Leben ein brauchbares Bild?



Die Menschen meines Volkes waren weise.

Sie vernachlässigten ihre Kinder nicht, unsere Lehrer – Großväter, Väter, Onkel – waren sorgfältig und geduldig.

Sie versäumten es nie, eine gute Leistung zu loben, vermieden es aber, dabei ein Wort zu sagen, das einen anderen Jungen entmutigt hätte, der nicht so schnelle lernte. Wenn ein Junge versagte und eine Aufgabe nicht bewältigte, nahmen sie sich seiner mit doppelter Mühe an, bis er seine Fähigkeiten entfaltet hatte und so weit war, wie es seinen Anlagen entsprach.«
~ Plenty Coups ~