Amarok

....so sagt der Inuit zu dem Tier Namens Wolf




 


Jim Brandenburg schreibt in seinem Buch „Bruder Wolf das vergessene Versprechen“...

 

Vorwort von Canis Lupus

 

Seit Sonne und Mond das Licht machen, kenne ich dich. Ich habe dich aus dem einst riesigen undurchdringlichen Wald beobachtet. Ich war Zeuge, wie du Feuer und merkwürdige Werkzeuge erfandest. Von Bergkämmen aus sah ich dich jagen und beneide dich um deine Beute. Ich habe die Reste deiner Mahlzeiten gegessen und du die meinen.

 

Ich habe deine Lieder gehört und deine tanzenden Schatten um helle Feuer gesehen. Zu einer Zeit, die so weit zurückliegt, dass ich mich kaum erinnere, schlossen sich einige von uns an und saßen mit am Feuer. Wir wurden Mitglieder eurer Rudel, jagten mit euch, beschützten eure Welpen, halfen euch, fürchteten euch, liebten euch.

 

Wir haben eine lange Zeit miteinander verbracht. Wir waren uns sehr ähnlich. Daher haben euch die Zahmen adoptiert. Ich weiß, dass einige unter euch, den Wilden, respektierten. Ich bin ein guter Jäger. Auch ich habe euch respektiert. Ihr wart gute Jäger. Ich habe euch beobachtet, wie ihr zusammen mit den Zahmen im Rudel gejagt und Fleisch erbeutet habt.

 

Damals herrschte kein Mangel. Damals gab es nur wenige von euch. Damals waren die Wälder groß. In der Nacht heulten wir zu den Zahmen. Einige kamen zurück, um mit uns zu jagen. Einige fraßen wir, denn sie waren uns sehr fremd geworden. So ging es eine lange Zeit.

 

Es war eine gute Zeit. Manchmal habe ich dich bestohlen, so wie du mich. Erinnerst du dich, als du hungertest, der Schnee tief lag, und du das Fleisch gegessen hast, das wir getötet hatten? Es war ein Spiel. Es war eine Schuld. Manche mögen es ein Versprechen nennen.

 

Wie viele der Zahmen, sind uns die meisten von euch sehr fremd geworden. Jetzt erkenne ich einige Zahmen nicht mehr. Jetzt erkenne ich einige von euch nicht mehr. Einst waren wir so ähnlich. Du hast auch das Fleisch zahm gemacht. Als ich damit anfing, dein zahmes Fleisch zu jagen, hast du mich gejagt. Ich verstehe das nicht. Ich sah, dass deine Rudel größer wurden und gegeneinander kämpften. Ich habe deine großen Schlachten beobachtet. Ich tat mich gütlich an denen, die liegen blieben. Da jagtest du mich noch mehr. Ich verstehe das nicht. Sie waren Fleisch. Du hast sie getötet.

 

Wie Wilden sind nicht mehr viele. Du hast die Wälder klein gemacht. Du hast viele von uns getötet. Aber ich jage noch und füttere unsere versteckten Welpen. Das werde ich immer tun. Ich frage mich, ob die Zahmen, die mit dir leben, eine gute Wahl getroffen haben. Sie haben den Geist verloren, in der Wildnis zu leben. Sie sind zahlreich, aber sie sind fremd. Wir sind wenige. Noch immer beobachte ich dich, daher kann ich dich meiden.

 

Ich glaube, ich kenne dich nicht mehr.

Dieser Bildband ist im Tecklenborg Verlag erschienen und von mir ein Tipp für alle, die gerne umwerfende Bilder von wilden Wölfen betrachten

 

 

 

Beate Sommer hat im Buch „Wolfslicht“ folgende Widmung veröffentlicht....

 

 Gewidmet allen auf diesem Planeten gejagten, gehassten und misshandelten Lebewesen, besonders aber den nur noch wenigen freilebenden Königen der Wildnis, unseren Schwestern und Brüdern, den Wölfen

Denen wir einst so ähnlich waren, doch denen wir durch unser grausames, verantwortungsloses Verhalten inzwischen so fremd geworden sind.

 

Wir alle sind Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde....

Sie, die sich trotz gnadenloser Verfolgung über Jahrhunderte hinweg ihre kostbare Freiheit und Ursprünglichkeit zu bewahren vermochten, und wir, die wir tief in ihrer Schuld stehen, weil wir sie insgeheim darum beneidet, sie deswegen gehasst und auf bestialische Weise niedergemetzelt haben.

 

Möge ihnen niemals der Geist der Wildnis verloren gehen.

 

Mögen sie niemals ihrer Freiheit beraubt, und zu Sklaven selbstsüchtiger Menschen gemacht werden.

 

Möge ihnen die Achtung zuteil werden, die sie verdienen,

 

Möge ihr poetischer Gesang uns auch im 21. Jahrhundert erhalten bleiben und die Wälder auf geheimnisvolle Weise verzaubern.

 

Mögen sie uns unsere Schuld verzeihen und mögen auch wir eines Tages zum Geist der Wildnis zurückfinden.

 

 

 

 


Wo kann man Wölfe inNatura sehen? 

Da es in freier Wildbahn sehr unwahrscheinlich ist einen lebenden Wolf anzutreffen, obwohl sie ja nun auch wieder in Deutschland ein zu Hause gefunden haben, kann man sie in verschiedenen Naturparks beobachten.

 

  • Wildpark bei Gerolstein
  • Wolfspark Merzig ( von Werner Freund)
  • Alte Fasanerie

 

Mehr Infos zum Thema Wolf


 





Für zum Lure: